5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Galehead Hut nach Crawford Notch – 23,52km

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Was für eine fürchterliche Nacht! Diese Betten sind halt wirklich nicht für zwei Personen gemacht. Meine Hüfte und Knie haben die ganze Zeit geschmerzt und ich konnte mich nicht wie sonst die ganze Zeit drehen. Dafür waren wir aber im warmen und trockenen! Beim Aufstehen war es immer noch nebelig bzw. wir waren in den Wolken. Zumindest hat es nicht mehr geregnet. Nach dem Frühstück, bei dem wir uns wieder die Teller geteilt haben, ging es los in einen langen Tag. Wir mussten schließlich gestern wieder aufholen!

Das Terrain war nicht einfacher, aber das bessere Wetter hat für eine viel bessere Stimmung gesorgt. Die Psychologie des Wanderns… Gleich morgens ging es hoch auf South Twin Mountain. Ein Thru-Hiker von 2006 hatte uns an der Garfield Ridge Campsite gewarnt, dass das der schlimmste Anstieg von allen sei. Quatsch! Es war zwar kein Spaziergang, aber wirklich gut machbar. Die Campsites da oben auf dem Grat, die uns die Crew gestern vorgeschlagen hatte, sahen abenteuerlich aus. Vor allem bei dem Wetter. Ridgeline Campen im Sturm, großartige Idee!

Über Mount Guyot sind wir dann zur Zealand Falls Hut -abgestiegen. M80, Trooper und ihr Hund Willow vorne weg und wir beiden hinterher. Willow ist eine wahre Kletterkünstlerin! Ich würde auch gerne so schnell die Felsen hoch und runter rennen können. Im Laufe des Vormittags konnte man dann tatsächlich blaue Flecken am Himmel sehen! Um viertel vor eins waren wir zur Mittagspause an der Hütte, wo es die selbe zu pfeffrige Kartoffelsuppe wie gestern gab. Die Haferkuchen, die sie gebacken haben, waren dafür wirklich lecker. Violet, Codewalker, Paisley und Mr. Gigglefitz hatten gestern hier den Work for Stay. Still Here musste anscheinend trotz des Wetters weiter gehen. Der AMC, der die ganzen Hütten betreibt, sollte diese Policy dringend überdenken!

Noch 7,9 Meilen zur Crawford Notch. Pfeiffer hat Vorgestern dafür wohl nur drei Stunden gebraucht. Für uns schienen vier realistischer. Bevor es los ging stieß noch Shweasle zu uns. Er hat uns nach seinem Zero in Hanover wieder eingeholt. Zu siebt plus Hund haben wir uns auf den laut Profil recht flachen Weg gemacht. Veronika stürmte die ersten fünf Meilen vorweg, Yooper die restlichen drei. So schnell waren wir lange nicht mehr! Nicht mal die immer wieder einsetzenden, leichten Regenschauer konnten uns aufhalten. Um fünf, nach nur gut drei Stunden, standen wir am Parkplatz.

Auf dem kurzen Weg zum Highway überholte uns ein Familien-Van. Wir haben freundlich gegrüßt, aber leider waren sie voll besetzt. Unten an der Straße stieg plötzlich die ganze Familie aus und die Mutter meinte, sie würde uns in zwei Fahrten zum Zeltplatz bringen! Als wäre das nicht schon toll genug, ließ uns der Platzwart auch noch kostenlos neben dem Sanitärgebäude campen. Außerdem hat er uns auch zum nächsten Laden gefahren. Leider war das nur ein Campstore und es wurde ein irrsinnig teurer Einkauf. 145$ für dreieinhalb Tage Essen! Batterien und Clif Bars wären sogar in den Hütten oben in den Bergen billiger gewesen!

Duschen, Wäsche waschen, kochen, die übliche Zeltplatzroutine. Selbst hier unten im Tal war es extrem windig. Unser Zelt wird immer wieder von den Böen runter gedrückt. Morgen wartet die erste Hälfte des Aufstiegs zum Mt Washington über die Presidential Range auf uns. Hoffentlich beruhigt sich der Wind bis dahin ein wenig. Das wird ansonsten da oben ziemlich ungemütlich!

Noch 553km

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