5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Piazza Rock Lean-to nach Spaulding Mountain Lean-to – 27,04km

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Um 5:00 Uhr klingelte unser Wecker zum ersten Mal. Wir wollten ja die anderen beiden einholen. Mein Vorschlag, noch eine halbe Stunde zu schlafen, wurde einstimmig angenommen und um 5:30 Uhr klingelte der Wecker ein zweites Mal. Da schlug Veronika dann vor, erst um 6:00 Uhr aufzustehen. Sie konnte mit ihren Ohrstöpseln auch weiterschlafen, ich leider nicht. Diese Eichhörnchen machen schon am frühen Morgen einen Heiden Rabatz! Während sie uns sonst nur aus sicherer Höhe anfiepen und mit Tannenzapfen bombardieren, haben sie heute anscheinend direkt neben unserem Zelt diskutiert, wie die Eindringlinge in ihr Revier in die Flucht zu schlagen seien. Der Rabatz wollte einfach nicht enden.

Als wir dann endlich aufgestanden sind, haben wir uns ein wenig beeilen müssen. Wenigstens sind wir unter zwei Stunden geblieben und waren inklusive Wasser auffüllen um 7:45 Uhr unterwegs. Nach nur einer Meile blieb Veronika plötzlich abrupt stehen und wies auf den Teich direkt neben uns. Erst wusste ich gar nicht, was los war. Dann sah ich ihn auch: da stand ein jugendlicher Elchbulle nur knapp 30 Meter von uns im Ethel Pond und fraß Wasserpflanzen! Damit hatten wir Elch Nummer drei und der hatte auch ein Geweih.

Am nächsten See, dem Eddy Pond, haben wir überall Ausschau nach Yooper und Big Red gehalten, aber die waren schon los. Es folgte der Aufstieg auf den Saddleback Mountain. Eigentlich ein relativ sanfter Anstieg, aber dafür Fake Gipfel nach Fake Gipfel. Jedesmal, wenn wir die scheinbare Kuppe erreicht hatten, türmte sich dahinter die nächste auf! Endlich oben, war es recht windig, weil wir uns oberhalb der Baumgrenze befanden. Das sorgte aber auch für eine gute Sicht auf die unter uns ziehende Wolken. Bis plötzlich eine Wolke in unsere Richtung zog, an der Bergflanke nach oben gedrückt wurde und den ganzen Gipfel in Nebel hüllte.

Zeit weiterzumarschieren! Runter vom Saddleback und rauf auf The Horn. Das ging noch relativ gut. Der Abstieg von dort ging dann aber sehr langsam voran. Es war extrem steil und vom gestrigen Regen rutschig! Dank der Stabilität unserer Hosenböden haben wir auch das gemeistert und uns direkt in den Aufstieg zum Saddleback Junior gestürzt. Oben angekommen haben wir, wegen eines riesigen Fliegenschwarms, nur eine sehr kurze Pause gemacht, bevor es in den nächsten vorsichtigen Abstieg ging.

Am Popular Ridge Lean-to hatten wir Yooper und Big Red endlich eingeholt. Nach der gemeinsamen Mittagspause waren noch acht Meilen und ein weiterer Abstieg zu absolvieren. Vor dem Shelter ging es nochmal steil aufwärts. Mit zwei Meilen weniger in den Beinen waren die anderen beiden um einiges schneller und wetzten an uns vorbei. Um halb sieben waren wir auf dem Grat. Noch zwei Meilen. Auf halbem Weg holten wir Yooper und Big Red wieder ein. Waren wir plötzlich so viel schneller geworden? Nein! Die beiden hatten ein Stachelschwein aufgescheucht, das sich daraufhin in einen Baum geflüchtet hatte und jetzt auf uns herab sah.

Um halb acht, es war schon fast dunkel, kamen wir am Spaulding Mountain Shelter an. Leider gab es keinen einzigen flachen Platz um die Zelte aufzustellen. Wir mussten also im Shelter schlafen. Der großartige Sternenhimmel verheißt eine kalte Nacht. Egal, ich bin hundemüde!

Noch 323km

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