5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Spaulding Mountain Lean-to nach Highway 27 (Stratton) – 21,6km

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Für heute Nachmittag sah der Wetterbericht nicht gut aus. Nachdem wir für einige Zeit wirklich gutes Wanderwetter hatten waren ab mittags Gewitter und einiges an Regen vorhergesagt. Unser Ziel war es also so schnell wie möglich nach Stratton ins trockene Motel zu kommen. Besser gesagt so schnell es uns nach gestern noch möglich war. Die 17 Meilen steckten uns doch arg in den Knochen und Muskeln!

Zwischen uns und unserem Ziel lagen Spaulding Mountain der angekündigt schwierige Abstieg vom Sugarloaf Mountain und die beiden Gipfel des Crocker Mountain. Schon der Anstieg auf den ersten Berg hatte es in sich! 900 Fuß in gerade mal 0,8 Meilen. Hier kamen wir irgendwie noch ganz gut hoch. Der später folgende Abstieg war dann aber so felsig und schwierig, wie uns die Southbounder erzählt hatten. Es dauerte ewig, bis wir unten waren. Laut meiner Uhr haben wir für die eine Meile über eine Stunde gebraucht!

Kaum dort, türmte sich auch schon der Crocker Mountain vor uns auf. Ein entgegen kommender Tageswanderer hatte uns vorher schon gesagt, dass er im Tal Pfirsiche für uns Thru-Hiker deponiert hatte. Die waren echt lecker und eine willkommene Erfrischung! Für die ersten Meter haben sie uns nochmal richtig Energie gegeben. Leider aber auch nur für die ersten. Die Müdigkeit und Erschöpfung schlug nun voll zu. Ich habe mich mehr nach oben geschleppt, als dass ich gewandert bin! Als es flacher wurde, war Veronika der Meinung, dass wir das schlimmste geschafft hätten und fast auf dem ersten der beiden Gipfel seien. Schön wärs gewesen! Es ging noch eine Ewigkeit weiter bergauf.

Da um uns herum immer mal wieder Donner zu hören war, haben wir nur eine sehr kurze Mittagspause gemacht und sind weiter zum nördlichen Peak. Dort konnte man auf einer Lichtung dann auch sehen, was sich da zusammenbraute! Wir mussten uns entscheiden, was wir tun wollten. Einen flachen Spot suchen, das Zelt aufstellen und abwarten oder weitergehen? Wir haben letzteres beschlossen und wollten möglichst schnell aus den Bergen rauskommen. Kurze Zeit später fing es dann auch an zu regnen. Die Tropfen waren so kalt, dass wir unsere komplette Regenausrüstung inklusive Hosen anziehen mussten. Weiter ging es über den immer rutschiger werdenden Weg bergab. Nach einer halben Stunde wurde das Gewitter schwächer. Entweder war es über uns hinweggezogen oder wir waren drunter hindurchgelaufen.

Um halb fünf waren wir endlich am Highway! Von weitem klang es so, also ob dort ziemlich viel Verkehr herrschen würde. Eigentlich ideal zum trampen. Doof nur, wenn über die Hälfte aller Fahrzeuge Holzlaster sind! Natürlich hatten wir keinen Empfang und konnten kein Shuttle rufen. Also Daumen raus und hoffen. Nach zehn Minuten hat Veronika beschlossen, dass wir hoch zur Parkplatzeinfahrt laufen sollten, weil man dort besser halten könne. Kaum waren wir die hundert Meter gelaufen, da hielt auch schon ein Auto neben uns. Die Frau, ja es war wieder eine Frau, die uns mitnahm, hat uns direkt am Motel in Stratton abgesetzt und uns noch eine Empfehlung fürs Abendessen gegeben.

Vor dem Motel hing eine Nachricht von Yooper und Big Red für uns. Anscheinend hatten sie unsere Reservierung übersehen und es gab keine Zimmer mehr! Die beiden hatten aber schon etwas im daneben liegenden Inn besorgt. Dort haben sie uns dann erzählt, dass das Gewitter über dem Berg von unten so bedrohlich aussah, dass sie vier Meilen über eine Forststraße zum Highway gelaufen sind. Kaum hatten wir eingecheckt, ging es draußen auch so richtig los. Ein Unwetter vom feinsten brach über uns herein! Morgen soll es sogar noch schlimmer werden. Auf dem Wetterkanal blinkten die ganze Zeit Flutwarnungen für das Gebiet in dem wir gerade unterwegs sind auf. Bei diesem Wetter in die Berge gehen? Nein! Wir sind nicht so weit gekommen um jetzt so etwas dummes zu tun. Morgen bleiben wir hier und übermorgen geht es dann als Slackpack über die Bigalows. Das sind für die nächsten Tage die letzten hohen Berge und Freitag soll das Wetter gut werden. Danach ist zwar wieder Regen vorhergesagt, aber da werden wir in einen niedrigeren Gegend auf sehr flachem Terrain unterwegs sein.

Noch 301km

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