5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Ein Regen-Zero in Stratton

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Da wir ja nicht rausgehen wollten und gestern so kaputt gewesen waren, schliefen wir heute mal so richtig aus. Naja, ich war putzmunter um kurz vor sechs aber weil ich wusste, dass ich es brauchen könnte drehte ich mich nochmal um. Gegen kurz vor acht weckte ich dann Frank und um acht klopfte Yooper bei uns an die Tür um uns zum Frühstück abzuholen. Wir waren noch nicht ganz abmarschbereit und folgten ihnen zum Diner nach.

Sämtliche Thru-Hiker schienen dort versammelt zu sein und auf das schlechte Wetter zu warten. Da das Frühstück extrem lecker war trödelten wir alle mit größter Begeisterung rum und machten Pläne für morgen.

Kaum hatte Frank alle Leute, die morgen die Bigelows mit uns slackpacken wollen zusammengesammelt und den Shuttle organisiert, fing es an zu regnen. Gut, dass wir da heute nicht raus sind! Morgen werden Yooper, Big Red, Strawberry Donut, Whistler, Barbarosa und wir beide um sieben aufbrechen und uns zum nördlichen Ende der Strecke fahren lassen. Es wäre uns zwar eigentlich lieber gewesen wie gewohnt nordwärts zu marschieren aber da wir nicht sicher sind, wie lange wir brauchen werden und es einfacher ist von derselben Straße wie gestern zurück in die Stadt zu kommen, haben wir uns darauf geeinigt.

Nachdem wir derart fleißig gewesen waren gingen wir zurück in unser Zimmer wo wir brav unsere Artikel schrieben und mit großer Begeisterung das schlechte Wetter im Weatherchannel und durch das Fenster beobachteten. Zum Mittagessen gingen wir mit Yooper und Big Red der Abwechslung halber ins Restaurant gegenüber. Auf dem Weg dorthin sahen wir Garbageman und Little Foot vor dem Hostel stehen und gingen natürlich zu ihnen rüber. Die beiden hatten sich gerade von demselben Forstweg abholen lassen, an dem Yooper und Big Red gestern Richtung Straße gelaufen waren. Sie waren gestern noch nasser geworden als Frank und ich und hatten die ganze Nacht und heute den ganzen Tag Regen abbekommen so dass sie beschlossen hatten, dass ihnen das zuviel war und sie nicht mehr weiterlaufen konnten ohne ihre Gesundheit zu gefährden. So wie sie da standen, völlig durchnässt, bleich und am ganzen Körper zitternd konnten wir das nachvollziehen. Wahrscheinlich hätten wir heute nicht viel besser ausgesehen. Wir entließen die beiden schnell in Richtung heißer Dusche und trockener Kleidung nicht ohne uns vorher noch mit ihnen zum Abendessen zu verabreden.

Nach dem Mittagessen stockten wir unsere Vorräte für die nächsten Tage auf und kauften auch gleich Vorräte für eine zweite Dropbox nach Monson. Durch unseren Slackpack morgen lohnt es sich nicht, unsere Dropbox in Caratunk abzuholen. Diese haben wir telefonisch nach Monson umgeleitet, so dass wir dort dann insgesamt für fünf Tage Essen haben werden – das sollte uns durch die hundert Meilen Wildnis reichen. Die Frau im Postoffice in Caratunk war äußerst hilfsbereit und liebenswert. Als Frank sie anrief, um das Paket umzuleiten bot sie an, dass sie es uns auch zum ersten Shelter nach Caratunk bringen könnte, falls wir nur keine Zeit hätten, es abzuholen. Auch der Postmann in Stratton war ganz darauf ausgerichtet, AT-Wanderern den bestmöglichen Service zu bieten. Unter anderem hatte er eine Liste mit den Postleitzahlen der nächsten Trail-Städte in Richtung Norden und Süden bei sich hängen.

In der Zwischenzeit waren auch Shweasle und Sir-pants-a-lot eingetroffen. Die beiden hatten auch eine eher schlechte Nacht auf dem Trail verbracht mit kleinen Bächen neben und vor allem unter ihren Zelten. Sie waren gerade dabei ihre Sachen über den Balkon zu hängen in der Hoffnung, dass die Sonne sie trocknen würde.

Shweasle gesellte doch zu unserer Abendgesellschaft im Inn. Dazu kamen noch Strawberry Donut und Whistler. Mit uns beiden, Garbageman und Littlefoot sowie Yooper und Big Red füllten wir das halbe Restaurant. Später kamen noch Techie und Chinmusic dazu. Außer Thru-Hikern waren im Restaurant nur noch zwei Reporter von irgendeiner Zeitung vor Ort, die einen Artikel über das Inn und seine skifahrenden Gäste schreiben wollten. Sie baten darum, uns fotografieren zu dürfen. Nachdem sie die Fotos gemacht hatten erzählten sie uns, dass sie darunter schreiben wollten, dass wir Skifahrer seien. Wir alle hatten nichts dagegen für die Zeitung fotografiert zu werden aber irgendwie stieß es uns schon etwas auf als wir hören mussten, dass wir als Wanderer leider nicht interessant genug seien und dass niemand wissen wolle, dass wir alle in den letzten Monaten knapp zweitausend Meilen hierher gewandert sind.

Danach ging es dann nur noch ins Bett, morgen früh müssen wir wieder alle früh aufstehen und die Bigelows hinter uns bringen – angeblich die wirklich letzten schlimmeren Berge.

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