5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Monsun statt Monson – Moxie Bald Mountain Lean-to nach Horseshoe Canyon Lean-to (mi 2062,4)

Ein Kommentar

Wie immer sorgte Shweasle dafür, dass wir heute morgen schön zeitig aufwachten. Es hatte irgendwann in der Nacht angefangen zu regnen und seither nicht mehr wirklich aufgehört. Wir wollten trotzdem tapfer nach Monson marschieren wie wir es gestern geplant hatten. Achtzehn Meilen durch den Regen hört sich doch gar nicht soooo schlimm an, da hatten wir schon schlimmeres!

Dann fiel uns ein, dass wir heute wohl wirklich endlich mal einen Fluss durchwaten müssten. Das hörte sich schon weniger spaßig an. Und im Profil stand extra noch die Warnung, dass das Durchwaten des Flusses in starken Regenperioden gefährlich sein könne. Aber es bestand ja noch die Möglichkeit, dass der Regen sich schon ausgetobt hatte und aufhören würde bis wir dran wären. Dachten wir! Dem war aber natürlich nicht so. Zunächst nieselte es nur, als wir am Shelter losgingen. Wir hatten sogar noch ein bisschen gewartet, in der Hoffnung, dass der Regen nachlassen würde – vergebens.

Das Laufen war heute wirklich widerlich. Die Felsen und Wurzeln waren noch rutschiger, der Matsch war noch tiefer und dazu hatten sich unzählige Bäche und Ströme auf und über den Weg gebildet. Und natürlich war es nicht so ein völlig flacher, ebener Weg, wie wir uns das erhofft hatten. Es ging munter auf und ab. Nicht zu vergessen, dass der Regen immer stärker wurde und wir bald überall nass waren. Trotzdem kamen wir schneller als gefühlt voran. Die Wegmarken tauchten alle früher als erwartet auf.

So dummerweise auch der Fluss, über den wir rüber mussten. Kurz davor war schon ein kleiner Bach gewesen, der aufgrund des Regens auf ein Vielfaches seiner ursprünglichen Große angeschwollen war. Normalerweise kommt man dort wohl ganz einfach mit ein bis zwei größeren Schritten rüber, heute hatte er schon einen Seitenarm entwickelt und stellte eine ziemliche Herausforderung dar. Noch schlimmer wurde es mit dem Fluss.

Es war zwar ein Seil von einer Seite des Flusses zur anderen gespannt, an dem man sich festhalten konnte aber es führte kein Weg daran vorbei, sich die Füße nass machen zu müssen. Frank ging tapfer voraus um den Weg zu testen. Unser größtes Problem war, dass wir die Stiefel nicht nass machen wollten. Also mussten wir sie mit den Sohlen nach oben transportieren, damit es nicht am Schaft hineinregnete. So eierten wir also mit den Stecken und Stiefeln in der einen Hand, die andere Hand am Seil durch den Fluss. Er war nicht sooo tief, an der tiefsten Stelle ging er bis knapp übers Knie aber es war trotzdem schon eine gewisse Herausforderung nicht umzufallen. Das fieseste für mich war, dass mir über das Seil eiskaltes Wasser den Arm entlang bis hinunter zum Bauch rann – brrrrrr!!! Trotz aller Mühen schafften wir es natürlich nicht, unsere Füße trocken zu halten. Wir konnten sie gar nicht so schnell trocknen, wie das Wasser am Bein nachlief und bis wir die Socken an den Füßen hatten, waren auch sie nass. Kurz danach war es eh egal, weil der ganze Trail ein einziger Bach war und sowieso alles nass wurde.

Die weiteren drei Meilen danach bis zum nächsten Shelter verflogen recht zäh, da wir keine Wegmarken mehr hatten und der Weg unentwegt auf und ab ging. Beim Shelter überlegten wir kurz, ob wir weitergehen oder dableiben wollten. Da wir wussten, dass wir drei Meilen nach dem Shelter einen weiteren Arm desselben Flusses wie morgens durchqueren müssten und wir echt Angst hatten, dass dieser weiter angeschwollen sei, beschlossen wir, im Shelter zu bleiben. Wir zogen also trockene Sachen an und packten unsere Isomatten und Schlafsäcke aus. Falls es bis vier aufhören würde zu regnen, würden wir weitergehen um doch noch nach Monson zu kommen. Ansonsten wollten wir einfach hier bleiben und nicht mehr nass und kalt sein. Dann würden wir halt erst morgen nach Monson gehen und hätten einen Tag weniger Zeit für die 100 Meilen Wildnis.

Im Laufe des Nachmittags kamen erst ein Northbounder, der weitergehen wollte und dem wir eine Nachricht an Shweasle mitgaben, dass wir wahrscheinlich hier bleiben würden, dann Rainbow Dash und Barbarosa, die beide blieben und ganz zum Schluss noch Strawberry Donut und Whistler, die tapfer den ganzen Tag bis kurz nach halb sechs durch den Regen gewandert waren. Als sie den Fluss durchwateten reichte er Strawberry Donut schon fast bis zur Hüfte.

Wir verbrachten den Nachmittag überwiegend mit Schlafen. Ich hoffe, morgen regnet es nicht mehr und wir kommen halbwegs trocken nach Monson.

Ein Kommentar zu “Monsun statt Monson – Moxie Bald Mountain Lean-to nach Horseshoe Canyon Lean-to (mi 2062,4)

  1. Ich find es immer noch spannend, mit euch mitzuwandern, obwohl es im Grunde schon „Geschichte“ ist 🙂 Ich habe euch in „Hitched Hike“s Video gesehen, fand ich genial!!!

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