5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Glencoe Mountain nach Kinlochleven – 15,8km

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Es wird immer schlimmer mit den Midgies! Der zweite Kilometer heute früh zum Kingshouse war eine einzige Wolke von Blutsaugern. Zum Glück war es flach und wir kamen recht schnell vorwärts. Als wir in das Hotelrestaurant kamen, saßen da schon John & John. Sie hatten gestern wirklich den 30km Tag durchzogen und sind die letzten fünf Stunden bis halb acht abends durch den Regen gewandert. Während „Skinny John“ (der Ältere) noch nicht so richtig wach war, verdrückte „Little John“ (der jüngere) nicht nur sein Frühstück, sondern auch noch das, was wir beide nicht mehr essen konnten.

Dann ging es durch den Eingang des Glen Coe in Richtung Devil’s Staircase. Das sollte der schlimmste Anstieg überhaupt sein. Pustekuchen! Es war wieder wie beim Blood Mountain in Georgia, viel Lärm um wenig. Es war zwar lang, aber dadurch, dass es in Serpentinen nach oben ging, war die Steigung nicht wirklich schlimm. Auf halber Höhe trafen wir auf ein amerikanisches Ehepaar. Sie trug ein T-Shirt, auf dem „2,175“ stand. Wir haben erst gar nicht realisiert, dass das ein AT T-Shirt ist. Als wir auf die Frage, ob wir schon mal in den USA gewandert seien, antworteten, war sie gleich ganz begeistert und da haben wir dann auch den Aufdruck verstanden. Es war die Meilenanzahl des Trails… Oben auf dem Pass ging es mit dem selben Thema weiter. Wir unterhielten uns mit einer anderen Wanderin über orange Molche und die White Mountains, als wir von einer Gruppe aus New Hampshire angesprochen wurden. Die hatten gerade einen 15-jährigen Section Hike des Appalachian Trails beendet und vor kurzem noch auf Katahdin gestanden.

Irgendwo vor uns muss Ben Nevis gelegen haben. Es war uns aber nicht klar, welcher der vielen Berge es ist. Der steht ja auch erst übermorgen an. Wir mussten jetzt fast acht Kilometer mit unterschiedlicher Steigung immer bergab bis nach Kinlochleven kommen. Das war wieder so ein Ort, den man schon von sehr weitem sehen konnte, der aber einfach nicht näher kommen wollte! Über 500 Höhenmeter muss man ja aber auch erstmal runter kommen. Auch wenn sich die Begeisterung unserer Knie in Grenzen hielt, haben wir es gaaanz langsam und vorsichtig geschafft. Am Ende ging es die meiste Zeit an den Röhren eines Wasserkraftwerks entlang, das früher die örtliche Aluminiumfabrik mit Strom versorgte. Je weiter wir nach unten kamen, um so öfter hörten wir es neben uns zischen. Hoffentlich bricht heute Nacht nicht eine der Röhren!

Um 14:00 Uhr standen wir endlich mitten im Ort und Jacky und Laura saßen auch schon da. Die mussten noch auf ihr Gepäck warten. Wir sind direkt zum Blackwater Hostel und haben die letzte Hütte bzw. das letzte Fass bekommen. Irgendwie ging der Nachmittag mit Duschen, einkaufen und Blog schreiben recht schnell vorbei. Von vier bis sechs gab es im örtlichen Pub ein zwei für 12£ Special das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Nur waren Little John und Skinny John noch nicht da! Jacky und Laura standen schon auf dem Parkplatz und spähten den Berg hinauf. Letztendlich war es aber ich, der um kurz vor halb sechs das leuchtend gelbe Regencover von Skinny Johns Rucksack entdeckte. Die beiden haben dann schnell ihre Rucksäcke in unserer Hütte deponiert und ab ging es zum Pub.

Den Abend haben wir wegen der Midgies erst zu sechst in unserem Fass, das langsam zur Sauna wurde, verbracht und dann auf der Veranda hinter dem Hostel. Seltsamer Weise gab es da keine Viecher. Zwischendurch hat uns noch ein Hostelangestellter bestätigt, dass wir genau zum Höhepunkt der Midgiesaison da sind. Na danke auch! Bis um elf haben wir aber recht ungestört da gesessen und die Whiskyflasche der beiden John’s vernichtet. Die hatten sie vor zwei Tagen in Tyndrum gekauft und wollten sie nicht mehr weiter schleppen. Leider hat sich keiner von uns beiden den Namen gemerkt, er war echt lecker!

Noch 40,5km

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