5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Rockfish Gap nach Calf Mountain Shelter – 12km

Ein Kommentar

Waynesboro ist wirklich die wandererfreundlichste und -begeistertste Stadt, die wir bisher erlebt haben! Gestern mit dem „Fahrservice“ war ja schon toll aber heute wurde es noch besser. Überall fragen einen die Menschen, ob man den Trail wandert, bzw. sehen sie es uns direkt an, und freuen sich sichtlich darüber.

Nachdem wir ausgeheckt hatten, sind wir über die Straße zu Shoney’s zu einem verspäteten Frühstück oder einem frühen Mittagessen. Vier Personen, vier Getränke, vier Hauptgerichte, drei Salate und zwei Desserts. Als wir bezahlen wollten, standen nur noch die Desserts auf der Rechnung. Alles andere hatte laut der Kellnerin eine Dame von einem der Nachbartische mit bezahlt als sie gegangen ist! Anscheinend hatte sie gesehen, dass wir Wanderer sind und wollte uns etwas Gutes tun. So etwas habe ich noch nicht erlebt! Vielen vielen Dank unbekannter Weise!!!

Wir haben dann noch unsere Einkäufe bei Walmart erledigt. Dieses Mal war es ja recht wenig, weil es nur für zwei Tage reichen muss. Dort habe ich auch eine neue Kniebandage bekommen. Meine alten sind doch schon ein wenig ausgeleiert. Nächster Halt: ABC. In Virginia hat der Bundesstaat das Monopol auf harten Alkohol und wir wollten zur Feier des Memorial Days eine kleine Flasche Whisky mit in den Wald nehmen. Die einzigen, die sie in Plastikflaschen hatten waren aber wirklich übler Fusel und Glasflaschen kommen mir nicht in den Rucksack! Yooper und Big Red hatten beim Outfitter gestern einen Flachmann aus Plastik gekauft. Ja, auch so etwas gibt es. Wir mussten den guten Scotch dann in eine ausgespülte Dr. Pepper Flasche umfüllen. Ist vielleicht auch besser so. Hier gibt es ja in jedem Park, in jedem County und in jeder Stadt andere Regeln, was den Transport und Konsum von Alkohol angeht. Das selbe gilt übrigens auch fürs Trampen. Da sieht kein Mensch durch!

Miss Lady hat uns dann wieder zurück zum Trail gefahren. Es war schon drei Uhr nachmittags als wir losgelaufen sind aber es sollte ja auch nicht so weit gehen. Nachdem wir uns an einer Infotafel registriert hatten, man braucht eine Backcountry Use Permit, sind wir nun offiziell im Shenandoah National Park unterwegs. Bis zum nördlichen Ende bei Front Royal sind es in etwa 100 Meilen. Berühmt ist der Park für die vielen Tiere, die hier leben, und für den Skyline Drive. Das ist eine Straße, die von Nord nach Süd quer durch den Park führt. Man könnte also auch alles ganz bequem abfahren…

Für uns hat es den Vorteil einer dichten Infrastruktur. Es gibt mehrere Waysides, an denen man essen kann, und einige Campingplätze mit Duschen, Waschmaschinen und kleinen Läden. Der Weg verläuft mal mehr mal weniger neben der Straße und all diese Annehmlichkeiten sind meist nur eine Meile neben dem Trail. Unser Plan ist daher mit leichtem Gepäck möglichst viele Meilen zu machen und es uns gut gehen zu lassen. Ich glaube, wir haben es uns verdient!

Die 7,5 Meilen heute waren dann auch nicht sehr schwierig. Um kurz vor sieben waren wir am Shelter und wollten dort unser Zelt aufstellen. Es ist aber Memorial Day Wochenende! Überall standen schon Zelte und für uns war kein Platz mehr. Es blieb uns nur das Shelter. Bis auf zwei Mädels lagen da auch nur Thru-Hiker drin. Ein wenig die Isomatten zusammengeschoben und schon war Platz für uns. So müssen wir morgen auch nicht das Zelt abbauen und können unseren 20 Meilen Tag etwas früher beginnen!

Zu guter Letzt: man lernt nie aus! Hier gibt es keine Bärenkabel sondern Bärenstangen. Die letzten Wochen mussten wir unser Essen immer in Bäume hochziehen. Ich bin schon fast gut darin gewesen, das Seil über einen hohen Ast zu bekommen! Im Nationalpark stehen wohl jetzt überall vier Meter hohe Eisenstangen mit einer Art Krone, an die man seine Essenssäcke, mit Hilfe einer zweiten Stange, hängen soll. Das hört sich einfacher an, als es ist! Ich war kurz davor mir einen Baum zu suchen. Mit Veronika als Einweiser haben wir es dann aber gemeinsam hinbekommen.

Noch 2.113km

Ein Kommentar zu “Rockfish Gap nach Calf Mountain Shelter – 12km

  1. diese Essensgeschichte gefällt mir ja mal wirklich gut! krass,da zahlt die einfach unbekannterweise für euch. Wahnsinn. So viel Gastfreundschaft (oder was auch immer) – bewundernswert! weiter so, ich lese euren Blog so gerne, möchte das selbst überhaupt nicht machen 🙂 aber finde es bewundernswert. liebe Grüße, Tina aus Kiel

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