5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Ein letzter Zero

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Wir haben es also geschafft und die Whites liegen hinter uns! Das war die mit Abstand härteste Etappe auf unserem Weg aber auch die mit noch viel größerem Abstand schönste. Franconia Ridge und die Presidential Range waren noch viel beeindruckender als erwartet. Das einzige Manko in diesen Bergen waren die Hütten. Für uns waren sie Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es schön dort mittags essen zu können, andererseits schränkt es die Übernachtungsmöglichkeiten doch arg ein, wenn man nicht dort unterkommt. Vor allem bei schlechtem Wetter!

Dazu kommt noch, dass die letzten neun Tage irrsinnig teuer waren! Ich sehe ja ein, dass es Geld kostet, diese Menschenmassen, die dort unterwegs sind, zu managen, aber muss man das alles über die Hüttenpreise reinholen? Mein Vorschlag, die Maut für Mount Washington zu erhöhen, kam bei den Amerikanern gar nicht gut an. Das wäre ja, als ob man ihnen das Autofahren verbieten würde. Außerdem hat jeder hier ein Auto und wandern würden nur die Reichen und die können sich das leisten…

Heute haben wir versucht, uns von den Strapazen zu erholen und ein letztes Mal Kraft zu tanken für die letzten 300 Meilen. Unsere Wäsche haben wir heute früh sauber zurückbekommen, das war also schon ohne unser Zutun erledigt. Nach dem Frühstück, das aus Fritata, Hash browns, Würstchen und Blaubeermuffins bestand, ging es um zehn zu Walmart.

An der Kasse haben wir all unsere Sachen zusammen aufs Band gepackt und da Veronika vor mir stand, hat sie nach dem Scannen alles in den Korb packen wollen. Großer Fehler! Als sie nach dem Bier griff, wollte die Kassiererin einen Ausweis sehen. Das Ziplock mit dem Pass lag aber noch im Hostel. Mein Fehler, ich hatte es nicht wieder in den Beutel mit unseren Wertsachen gepackt. Kein Ding, dann nehmen wir halt meinen Führerschein. Denkste! Da Veronika es in den Korb packen wollte, musste es auch ihr Ausweis sein! Selbst mein Versuch, wieder rein zu gehen und nur ein Sixpack zu kaufen wurde vereitelt. Ich sei schon an einer Kasse abgewiesen worden, also würde ich hier kein Bier bekommen.

Kurz nachdem wir zurück im Hostel waren, tauchten Yooper und Big Red auf. Sie haben es vorgestern wirklich bis zur Imp Campsite geschafft. Anscheinend hat Big Red sie mit ein paar Tricks vorwärts getrieben, obwohl Yooper schon längst nicht mehr weiter wollte. Zusammen mit den beiden und Little Foot und Garbage Man wurden wir dann zur Post gefahren. Wir haben uns unser einziges Essenspaket auf dem Trail geschickt. Wenn alles glatt geht, ist es vor uns in Caratunk. Dort hat man sonst wohl so gut wie keine Möglichkeit an Nachschub zu kommen.

Essen, ein Café mit freiem W-Lan suchen, Geld abheben und ein Abstecher zum Outfitter, die übliche Stadtroutine. Zurück zum Hostel mussten wir trampen. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber letztendlich hat uns eine nette Frau mitgenommen. Veronika hat festgestellt, dass uns meistens Frauen mitnehmen. Entweder liegt das daran, dass sie Mitleid mit ihr haben oder hier sind Bärte gerade fürchterlich angesagt und sie wollen mich gerne im Auto haben…

Unsere Rucksäcke sind gepackt und wir bereit für die letzte Etappe unseres Abenteuers. Noch ein Bundesstaat, das wilde Maine, und wir haben es geschafft!

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