5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Wieso eigentlich? (Teil 2)

4 Kommentare

Es muss kurz vor meinem Abitur gewesen sein, als aufgrund von Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ auch mich der Hype um den Jakobsweg erreicht hat. Ich war sofort fasziniert von dem Gedanken, ganz auf mich allein gestellt, mit allem, was ich zum Leben brauche in meinem Rucksack, die Welt zu bereisen. Nur vielleicht nicht unbedingt auf dem Jakobsweg – ich war nicht sooo begeistert von der Idee, meinen Selbstfindungstrip inmitten einer Völkerwanderung zu machen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich dann auch nicht ganz auf mich allein gestellt sein wollte – es musste noch ein passender Begleiter gefunden werden.

In den nächsten Jahren habe ich immer wieder bei verschiedenen Gelegenheiten erwogen, mal loszumarschieren, aber so richtig gepasst hat es nie. Natürlich habe ich jedes Fitzelchen Literatur zum Thema Weitwandern verschlungen, wenn ich darüber gestolpert bin. Dadurch habe ich von verschiedenen interessanten Wanderwegen in Europa, Südamerika und Asien erfahren. Nur das Buch von Hape Kerkeling habe ich gemieden, weil das ja eh jeder kannte und es natürlich jedes Mal wenn die Rede auf das Thema Weitwandern kam, gleich als erstes erwähnt wurde. Und zum Wandern bin ich auch nicht gekommen, außer ab und an mal Tagestouren in den Bergen.

Im Master hatte sich dann für mich die Gelegenheit ergeben, im Rahmen eines Seminars ein Teilstück des Jakobsweg in Polen (von Goleniów nach Stettin) zu scouten. Ich weiß zwar nicht, ob ich in dem Seminar wirklich viel gelernt habe, aber durch die verschiedenen Erfahrungsberichte vom Jakobsweg und das Scouten wurde das Wanderfieber in mir wieder geweckt.

Kurz danach habe ich Frank kennengelernt und über ihn den Appalachian Trail. Nach einiger Skepsis (ich wollte zwar die Völkerwanderung und Überzivilisation auf dem Jakobsweg vermeiden, aber muss ich denn gleich schutzlos mitten im Wald weitab der Zivilisation mit den Bären zelten?! Und mich nur alle 14 Tage duschen?! Und Trinkwasser aus Pfützen suchen?!) konnte ich mich dann doch für diesen Trail begeistern. Sooo weitab von der Zivilisation sind wir gar nicht (da gibt es weitaus schlimmere Wege), Wasser wird hoffentlich genug da sein (zumindest ist die Versorgung besser als an so manch anderem Trail) und ich seh‘ hoffentlich nicht nur einen Bären sondern auch noch eine Menge anderer interessanter Tiere (angeblich gibt es in den Appalachen Riesensalamander und sogar Pumas)!

Nachdem wir dann im September letzten Jahres gemeinsam 12 Tage auf der Via Francigena mit Hindernissen (die bereits erwähnte irreführende Wegführung und freilaufende, aggressive Wachhunde) gut überstanden hatten, ohne uns groß in die Haare zu bekommen und indem wir uns auf ein gemeinsames Lauftempo geeinigt haben, waren wir bereit für den Appalachian Trail.

Inzwischen habe ich dank Sabrina Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ gelesen und mich damit versöhnt. Nach dieser Lektüre freue ich mich, sagen zu können, dass es im Grunde genommen doch dieses großartige Buch war, das mich zu diesem Abenteuer inspiriert hat. Und den richtigen Begleiter dafür habe ich auch gefunden.

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4 Kommentare zu “Wieso eigentlich? (Teil 2)

  1. ich bekomm da gerade fast Fernweh!! falls ich es nicht mehr schaffe, wünsche ich euch jetzt schon mal : viel Wasser, viele wilde Tiere, eine Dusche alle 7 Tage vielleicht statt 14?, ein gemeinsames Lauftempo, keinen Streit (oder keinen großen :)) und viele viele spannende Abenteuer-Foto-Motive! jawohl

  2. Ich denke mir, dass Du den Begleiter mit Deinem Sägemesser auch hervorragend vor den wilden Tieren beschützen kannst!!!! Bayrische Madl sind kerniger als die preußischen langen Kerls.

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