5millionenschritte

Appalachian Trail 2013 – so weit die Füße tragen

Gerüchte über Bären – Calf Mountain Shelter nach Loft Mountain Campground (mi 884,1)

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Die Nacht im Shelter war etwas kurz aber sehr gut. Heute morgen wurde niemand zur üblichen Uhrzeit wach bzw. wollte aufstehen. Wir waren gegen sieben die ersten, die anfingen sich aus den Schlafsäcken rauszuschälen. Alle schienen irgendwie übermäßig entspannt und keiner brach so hektisch auf wie sonst oft – wahrscheinlich um den vielen Memorial Day Hikern zu demonstrieren, wie relaxt wir das doch alles hinbekommen.

Wir mussten dafür an unserem morgendlichen Rhythmus nicht viel ändern. Gegen halb neun ging es los in Richtung Trail. Wir hatten uns für den Memorial Day erhofft, an sämtlichen Stellen, an denen wir auf den Skyline Drive treffen würden, Trail Magic zu bekommen. Dem war leider nicht so, es gab gar nichts.

Dafür kam uns auf dem Trail nach dem ersten Parkplatz eine Truppe Trailrunner entgegen, von denen einer tatsächlich stehen blieb, um uns zu erzählen, dass sie vor einer halben Meile in etwa einen Bären gesehen hatten. Letzterer wirkte irgendwie krank oder verwirrt, er schien nicht wirklich interessiert daran, den Menschen aus dem Weg zu gehen. Wir rüsteten uns mit unseren Kameras. Kurz danach kam uns eine Ridgerunnerin entgegen. Sie unterhielt sich kurz mit uns über den Trail, dann meinte sie, dass der Bär schon nicht mehr da gewesen sei, als sie den Trail entlang gegangen sei. Enttäuscht steckten wir die Kameras wieder weg. Nach ihrer Aussage müssen wir ihn wohl knapp verpasst haben. Sie hat ihn später nochmal auf dem Highway gesehen.

Von da an waren wir natürlich doppelt so gespannt unterwegs, sahen aber nur wieder ein relativ wenig scheues Reh, das nicht wirklich vom Trail weggehen wollte. Ansonsten gab es heute Unmengen von Eichhörnchen und Kaninchen zu sehen. Und auch wieder Touristen, die uns mit großer Bewunderung zuhörten und Fragen zum Trail und zum Leben hier draußen stellten. Hätten sie auch noch Trail Magic verteilt, wäre es perfekt gewesen. Zwei sehr nette Damen hatten welche dabei gehabt aber zwei junge Deutsche (nicht wir!!) hätten so bedürftig ausgesehen, dass sie ihnen alles gegeben hätten, was sie noch dabei hatten. Naja, wir wollen ja auch nicht gierig sein und der Tag war auch ohne Trail Magic sehr schön und angenehm.

Beim Campground angekommen mussten wir sehr weit zu unserem reservierten Platz laufen. Der Store hatte leider schon geschlossen, so dass wir unser normales Campessen bekommen haben – auch nicht schlecht, wird wenigstens der Rucksack leichter. Die Ranger hier haben uns davor gewarnt, dass bis zur Öffnung des Campgrounds vor wenigen Tagen eine Bärenmama mit ihren Jungen hier relativ ungestört wohnte. Sie sei etwas ungehalten über die neuerdings hier störenden Menschen. Ich hoffe ja, dass wir hier unsere Ruhe vor ihr haben. Meinen Bären möchte ich lieber draußen sehen.

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